Die Umsetzung der Synode im Bistum Trier

Als Bischof Stephan Ackermann am 1. Mai 2016 das Abschlussdokument der Synode im Bistum Trier unterschrieb, war damit eine inhaltliche Neuausrichtung der Pastoral festgelegt worden. Doch was dies für die Gläubigen und die Pfarreien bedeuten würde, war noch nicht absehbar.

Seitdem haben verschiedene Fachgremien („Teilprozessgruppen“) die Aufgabe, Vorschläge zu erarbeiten, wie die Beschlüsse der Synode in die konkrete Gestalt von Kirche umgesetzt werden können. Da dies nicht von Bischof Stephan allein bestimmt, sondern im Sinne der Synode synodal erarbeitet wird, dauert dies eine gewisse Zeit.

In der Zwischenzeit sind nur wenige Details der Überlegungen der Bistumsleitung bekannt geworden und es sind viele Gerüchte entstanden, die bei vielen Gläubigen Skepsis geweckt haben. Gerade die Befürchtung, dass mit der Umsetzung der Synode viele Pfarreien in große Maxi-Pfarreien aufgehen, in denen alles zentralisiert wird, hat zu Unmut und Protesten geführt.

Seit den Beschlüssen der Bistumsleitung vom 19. Oktober ist nun klar, dass diese Befürchtung nicht eintreffen wird. Denn es wurde das Rahmenleitbild für die Pfarreien der Zukunft verabschiedet, das sehr betont, dass die Gestalt der Pfarreien vor allem durch die (kleinen) Orte geprägt werden, wo Kirche noch oder wieder erlebbar ist. Das bedeutet, dass zum Beispiel die Feiern der Erstkommunion keineswegs nur noch zentral, sondern weiterhin dezentral dort stattfinden, wo dies bisher der Fall war.

Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg schreibt hierzu im neuen Newsletter und bezieht sich auf die Sorge, dass die Kirche künftig nicht im Dorf bleibt und dass Nähe verloren geht, gerade auch zu den Seelsorgerinnen und Seelsorgern:

„Wir wollen weg von einer kleinteiligen Verwaltung, wir wollen nicht weg von einer kleinteiligen Seelsorge. Ganz im Gegenteil: Wir denken die Pfarrei der Zukunft von den „Orten von Kirche“ her, also von dort her, wo kirchliches Leben und kirchliche Gemeinde lebendig ist. Und damit ist nicht nur das Kirchengebäude gemeint und die Veranstaltung, bei der auch ein Priester anwesend ist. Wir denken hier an Kitas, Altenheime, Jugendgruppen, Gebetskreise, Einrichtungen der Caritas; aber auch Dörfer und Stadtviertel können sich als Orte von Kirche verstehen. Neu einrichten wollen wir die Synodalversammlung in jeder Pfarrei der Zukunft. Delegierte aus den Orten von Kirche bilden dieses neue Basisgremium. Gemeinsam gestalten und voneinander wissen, sich vernetzen – darum soll es gehen.“

Immer noch sind viele offene Fragen bezüglich der Umsetzung der Synode zu klären und zu beschließen. Doch bisher sind folgende Rahmenbedingungen beschlossen worden:

Die Pfarreien der Zukunft sollen im Bistum Trier am 1.1.2020 rechtlich eingerichtet sein und mit der Arbeit beginnen. Bis dahin soll ein Leitungsteam ernannt worden sein, bestehend aus dem leitenden Pfarrer und 2 hauptamtlichen Mitarbeitern und bis zu 2 ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Die pastoralen Mitarbeiter können weiterhin ohne Befristung in dem Bereich tätig sein, wo sie bisher ihrer Arbeit nachgegangen sind.

Das kirchliche Handeln soll durch folgende 7 Leitsätze inhaltlich und geistlich geprägt sein:

  1. Wir lassen uns von der Verheißung des Reiches Gottes leiten.
  2. Wir gehen zu den Menschen und sind missionarisch-diakonisch Kirche.
  3. Wir denken vom Einzelnen her.
  4. Wir nehmen Vielfalt als Gottes Geschenk an.
  5. Wir entdecken und fördern Charismen.
  6. Wir sind Gemeinschaft.
  7. Wir teilen Verantwortung.

Dazu Generalvikar von Plettenberg im Newsletter:

„Die Teilprozessgruppe hat mit dem Rahmenleitbild gut beschrieben, welche Entwicklung ab dem 1. Januar 2020 in den Pfarreien starten kann. Ausgehend von der Feier des Glaubens in Gottesdienst und Gebet und im Bewusstsein, dass Gott all unserem Tun zuvorkommt, stellen wir uns die Frage nach den Themen und Bedürfnissen der vor Ort lebenden Menschen. Darauf aufbauend werden die bewährten Orte von Kirche verlebendigt und neue aufgebaut. Gemeinsam mit den ehrenamtlich Engagierten an den unterschiedlichen Orten und Einrichtungen, den pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den verantwortlichen Gremien plant und organisiert das Leitungsteam die Schwerpunkte in der Pfarrei der Zukunft. Wenn wir uns neu ausrichten wollen, wie die Synode es uns aufgetragen hat, brauchen wir diese Investition in eine Entwicklungszeit. Die Leitsätze bieten da eine wirklich gute Orientierung, auch schon jetzt im Übergang.“

Weitere Informationen unter: www.bistum-trier.de/heraus-gerufen/

"Pfarrei der Zukunft - jetzt kann ich mir endlich ein Bild machen..."

Informationen über das, was man schon sagen kann.

Was kommt da nur auf uns zu – mit der „Pfarrei der Zukunft“?

Viele Fragen und Sorgen sind zu hören:

Werden wir noch eine Messe in unserer Kirche haben? Müssen wir dann immer weit fahren, um ein Pfarrbüro zu finden? Wie soll ein Pfarrer allein das alles schaffen? Wo dürfen wir noch selbst Verantwortung übernehmen? Ist bei so einer Größe die Kirche gar nicht mehr präsent? Wird über uns entschieden? Sollen die Ehrenamtlichen jetzt alles machen?

Bei all diesen Fragen gibt es bisher eher dürftige und vage Informationen – und dem entsprechend viel Raum für Vermutungen und Phantasien.

Weiterlesen ...

In Erkundung

Pfarrei der Zukunft Saarlouis

Die Pfarrei der Zukunft Saarlouis wird voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2020 errichtet werden.

Unterwegs zur Gründung der neuen Pfarrei läuft seit Februar 2018 die Erkundungsphase. Auch unserer Pfarrei der Zukunft ist ein diözesanes Erkundungsteam zugeordnet. Die Mitglieder des Erkundungsteams wollen mit Ihnen zusammen fragen, hinhören und wahrnehmen, was die Menschen bewegt, die in den Räumen dieser zukünftigen Pfarrei leben und arbeiten.

Wir laden Sie ein, sich immer mal wieder auf der Seite http://www.saarlouis.erkundung.info/ umzuschauen; hier soll gezeigt werden, wie sich die Erkundung in der Pfarrei gestaltet. Hier werden Termine veröffentlicht, von Erfahrungen berichtet und Texte zur weiteren Arbeit bereitgestellt…. Wenn Sie Interesse haben, bei der Erkundung in Ihrer Pfarrei der Zukunft mitzumachen, dann nehmen Sie doch bitte Kontakt mit den Erkundern auf (Kontaktdaten auf der Seite).

Wir freuen uns auf vielfältige Erfahrungen bei unserer gemeinsamen Erkundung, auf neue Ideen und Inspirationen – auch für die Zukunft der Kirche hier in unserer Gegend!