Unsere pastorale Orientierung

Allgemeine Voraussetzungen

Die Pastoral im Dekanat Saarlouis handelt in der Grundhaltung der Konstitution „Gaudium et Spes“ des Zweiten Vatikanischen Konzils: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.“

  1. Vorrang der Gnade
    Gott hat seine Heilsgeschichte mit jedem Menschen. Gottes Wirken geht auch jedem kirchlichen Handeln voraus. Gott bleibt dem Menschen treu, gerade wenn er in Heillosigkeit verstrickt ist.
  2. Missionsauftrag
    Als Kirche im Dekanat sehen wir uns von Jesus beauftragt,
    • die frohe Botschaft vom Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit im Zeugnis von Leben und Wort zu verkünden,
    • auf einem gemeinsamen Weg mit suchenden und fragenden Menschen,
    • in Solidarität mit den Schwachen der Gesellschaft,
    • in dem Zuspruch, dass der Hl. Geist uns in seiner Kirche trägt.

  3. Gottes Spuren auch außerhalb der Kirche
  4. In der Gewissheit, dass Gott seine Geschichte mit dem Einzelnen und der Einzelne eine Geschichte mit Gott hat, geht die Kirche im Dekanat Saarlouis respektvoll auf Menschen zu mit all ihren Unterschieden und Glaubenserfahrungen und lässt sich von den Anderen herausfordern, sich weiter zu entwickeln.

Die Pastoral im Dekanat Saarlouis

  1. „Martyria“ / Glaubensverkündigung
    Die Kirche begleitet Menschen in verschiedenen Lebensphasen und sucht darin gemeinsam nach Spuren Gottes. Sie bietet auf dem Hintergrund des eigenen Glaubens Deutungen für verschiedene Lebenssituationen an. Dabei werden auch mögliche Perspektiven und Korrekturen für die eigene Lebensführung in den Blick genommen.
    Die Kirche schafft Räume, in denen die Auseinandersetzung mit dem Glauben gepflegt wird. Dies geschieht u.a. in verschiedenen Angeboten der Glaubenskommunikation.
  2. Diakonie
    Die Kirche im Dekanat nimmt das ganze Leben der Menschen in den Blick und bietet Hilfe an, wo sie Not-wendig ist. Sie setzt sich für die Rechte von Benachteiligten ein, indem sie auf Veränderungen in Politik und Gesellschaft hinwirkt.
  3. Liturgie
    In der Feier der Sakramente und verschiedener Gottesdienste erfährt die Kirche in dichter Weise die Gegenwart und das Wirken des Herrn. Gottes Handeln im Leben der Menschen wird gefeiert und der Einzelne kann für sein Leben Kraft schöpfen. Die Feier der Eucharistie hat dabei einen herausgehobenen Platz als Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens.
    Doch auch die Vielfalt der anderen traditionellen Gottesdienste und neue zeitgemäße Formen werden angeboten. Sie sollen allen Menschen (bis hin zu denen, die sich in traditionellen Gottesdienstformen nicht einbringen können) einen Raum bieten, sich selber in der Gegenwart Gottes zu sehen und sich von ihm gehalten wissen.
  4. Koinonia
    Die Kirche im Dekanat bietet Raum für Gemeinschaften, die sich zu bestimmten Themen und Anliegen bilden. Wo dies im Namen Christi geschieht, bilden sie Kirche.
  5. Ökumene / Dialog der Religionen
    Die Kirche im Dekanat sieht sich verpflichtet, auf die sichtbare Einheit der Kirche hinzuwirken. Das beinhaltet eine gegenseitige Offenheit, die Bereitschaft zum Dialog und das gemeinsame Stehen vor Gott. Daher ist zu prüfen, wo Zusammenarbeit und Kooperationen zu stärken sind. Außerdem ist der Dialog auch zu den anderen Weltreligionen zu suchen im Sinne eines friedlichen Umgangs der Völker.
  6. Konkrete Aufgaben
    Das Dekanat fördert die Zusammenarbeit der Pfarreien / Pfarreiengemeinschaften und vernetzt die unterschiedlichen kirchlichen Einrichtungen. Es wird subsidiär tätig gegenüber den Pfarreien / Pfarreiengemeinschaften. Insbesondere finden auf Dekanatsebene Angebote der Qualifizierung und Begleitung von Ehrenamtlichen statt.
    Das Dekanat hält den Kontakt und pflegt die Zusammenarbeit mit kommunalen Einrichtungen.

verabschiedet von der Pastoralkonferenz im Dekanat Saarlouis am 13. November 2006 in Beaumarais